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Wenn du eine Jugendarbeit machen willst, die Jugendliche in die Gemeinde führt, kommst du irgendwann unweigerlich an den Punkt zu fragen:
"Wo muss ich denn anfangen? Müssen sich die Jugendlichen ändern, damit sie zur Gemeinde passen? Brauchen sie erst mal einen neuen "Gemeinde"-Anstrich?
Oder muss sich die Gemeinde ändern, damit die Jugendlichen kommen? Und wo ist dann da die Grenze?
Und wie soll das Ganze denn praktisch aussehen?..."
Mein Vorschlag: Denke in Bildern, die dir das Verhältnis zwischen diesen drei Themen "die Jugendlichen und ihren Prägungen", "die praktische Umsetzung" und "die Gemeinde" erleichtern.
Vielleicht hilft dir das Bild mit dem Fahrrad:
1. das Gelände = die Jugendlichen und ihre Prägungen
Mit deinem Fahrrad fährst du in unterschiedlichem Gelände: Mal Straße, mal Schotterpiste, mal Waldweg, mal querfeldein. So hast du auch in deiner Jugendarbeit immer mit Jugendlichen zu tun, die unterschiedlich sind. Jeder dieser Menschen bringt seine eigene Prägung, seine eigene Geschichte mit. Du kannst sicher Gemeinsamkeiten bei einigen von ihnen ausmachen bzw. Themen feststellen, die für die meisten gerade akuell sind. Das hilft dir, die großen Linien in deiner Arbeit zu ziehen. Aber neue Jugendliche bringen wieder neue Gedanken, Prägungen, Einstellungen und Meinungen mit. Jugendliche entwickeln sich, orientieren sich, bilden sich Meinungen, die sie verwerfen oder behalten - das alles passiert ja gerade in dieser Phase. Das musst du wissen, damit du deine Jugendarbeit gut auf sie abstimmen kannst. Und das ist der zweite Punkt:
2. die Reifen = die praktische Umsetzung deiner Jugendarbeit
Dein Fahrrad hat Reifen, die für bestimmte Geländearten angepasst sind. Mit Rennradreifen fährt sich nun mal besser auf der Straße als im Wald. Mit fetten Mountainbikereifen wirst du dagegen auf der Straße viele Reibungsverluste haben. So musst du auch deine Jugendarbeit in der Struktur, in der praktischen Umsetzung deinen Jugendlichen anpassen - sonst kann es dazu kommen, dass du mit falschen "Reifen" versuchst, deine Jugendarbeit nach vorn zu bringen. Und das kostet auf Dauer Kraft, schwächt deine Motivation und Leidenschaft - und die Jugendlichen werden nicht gut weitergebracht. So wie ein Reifen auch sein Profil verliert, kann auch die praktische Form deiner Arbeit profillos sein. Dann ist es höchste Zeit umzudenken und neue Möglichkeiten für die bleibenden Inhalte zu finden - und das ist das, was Gemeinde ausmacht:
3. der Fahrrad-Rahmen = was Gemeinde ausmacht
So wie dein Fahrrad einen Rahmen hat, der sich nicht verändert, egal wo du fährst, so gibt es Dinge, die festmachen, was Gemeinde ist. Damit ist nicht die äußere Form gemeint. Die äußere Form ist lediglich ein Ausdruck, worum es inhaltlich geht.
Nur ein Beispiel: Zum unveränderlichen Wesen einer Gemeinde gehört es, dass Menschen in einer Gemeinde Gemeinschaft mit Gott erleben.
Kann diese Gemeinschaft nur stattfinden, wenn alle in Reihen hintereinander in einer Veranstaltung sitzen, die man Gottesdienst nennt? Nein - und es besteht die Chance, dass das möglicherweise sogar eine ganz hinderliche Form ist (wenn die hintereinander Sitzenden innerlich nicht beteiligt sind, sondern nur ein Programm über sich ergehen lassen).
Gemeinschaft mit Gott können Menschen in einer Gemeinde durch viele andere Formen haben - durch gemeinsames Essen, durch gemeinsames Arbeiten, durch gemeinsames Beten, durch gemeinsame Hilfe - wenn Gott in allen diesen Dingen bewusst mit hineingenommen ist.
Das meint Paulus in Rö 12,1 damit, dass unser ganzes Leben ein heiliges Opfer für Gott sein soll und genau das ein Gottesdienst ist, wie er sein soll.
Und es gibt noch viele weitere Aspekte,bei denen du zwischen Form und Inhalt unterscheiden kannst und manchmal auch musst.
Fazit:
Um der Jugendlichen willen musst du deine Jugendarbeit immer wieder verändern, damit sie in die Gemeinde finden können.
Und um der Jugendlichen willen musst du wissen, welchen Aspekt von Gemeinde du ihnen mit welcher Form vermitteln willst.
Sehr gute Seite !
Beste Arbeit, weiter ausbaufähig.
Werde diese Seite weitr empfehle... [mehr...]
Cool, dass es das auch mit deutschem Untertitel gibt!!
... [mehr...]@Nils: der ist nur gut;-)
... [mehr...]