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Gestern Abend lief folgender Beitrag in der ARD, also einem öffentlich rechtlichen Sender: http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama344.html
Was sage ich nun zu so einem Beitrag? Da ich absolut kein Fan von pauschal richtig und pauschal falsch bin, versuche ich es hier mal differenziert. Hier meine 10 schnellen und ersten und noch rohen Antworten auf den Beitrag:
1. Es fällt auf, dass Evangelikale im Moment sehr oft in den Medien sind. Es ist richtig, dass die EKD erkannt hat, dass Evangelikale auch ein Teil der Kirche sind und sie deshalb verteidigt und sich zu ihnen stellt. Schön dass dies auch Maria Jepsen so sieht, die ja nun wirklich nicht evangelikal ist.
2. Das Video von JMEM - zumindest die Ausschnitte in dem Beitrag (mehr kenne ich nicht) würde ich so auf keinen Fall auf einer von unseren Veranstaltungen zeigen. Das ist nicht meine Sprache und das ist nicht mein Stil. Solche Videos wirken auch auf mich abschreckend und es wundert mich nicht, wenn das von den Medien aufgegriffen und kritisiert wird.
3. Die Art zu predigen, wie der JMEM-Prediger im Video predigt, ist nicht meine Art. Und natürlich kann man junge Leute ganz schön einheizen. In dem Beirag wirkt es so, als würden sie es tun. Das ist nicht mein Stil.
4. Ich finde es merkwürdig, dass der Beitrag auch kritisiert, dass Christen missionarisch sind. Das ist ja echt witzig. Was sollen sie denn sonst sein? Das ist doch eine Grundrichtung des Christentums. Und natürlich gehen Christen auch in muslimische Länder. Man wird doch noch missionarisch seine Meinung verbreiten dürfen, dass gestatten wir ja anderen Leuten auch.
5. Total peinlich finde ich es, dass die Reporter sich einschleichen. Das ist doch arm und billig. Es wird so suggeriert, dass sich hier bei den Evangelikalen in Hinterzimmern etwas gefährliches zusammenbraut. Ich nehme an, dass man den Film bei JMEM sicher offiziell bestellen kann oder bekommt, wenn man ihn haben will.
6. Witzig finde ich, dass man versucht in der evangelische Kirche jetzt eines Rechtsrucks auszumachen. Und selbst wenn es so wäre. Das haben wir gesellschaftlich ja auch gerade gemacht, in dem wir schwarz-gelb gewählt haben.
7. Auch witzig finde ich, dass sich ZDF und ARD gegenseitig den Ball zuspielen, in dem Panorama auf eine Sendung von Frontal 21 eingeht, wo eindeutig ein falscher Zusammenhang zwischen christlichen Evangelikalen und muslimischen Selbstmordattentätern hergestellt wurde. Das ist unsachlich.
8. Das Christival wurde differenziert dargestellt.
9. Einige erste Reaktion von evangelikalen Christen zeigen mir, dass es offensichtlich für sie schwer ist, mit solcher Kritik umzugehen und sie auch dazu neigen sehr pauschal die Medien kritisieren.
10. Es ist völlig normal in einer Demokratie und einer Medienkultur dass man über Fernsehbeiträge diskutiert und Meinungen bildet.
11. Warum erhält Barak Obame den Friedensnobelpreis? OK, das ist ein anderes Thema.
Kommentare
Tja, offensichtlich werden
Tja, offensichtlich werden wir in regelmäßigen Abständen zur Zielscheide dieser Vorwürfe, wobei ja zur Zeit ziemlich pauschal alles in die Kiste "Fundamentalismus" gepackt wird. Ich finde es auch schwer, das von außen zu differenzieren, weil es eine fremde (Christen)- kultur ist. Und ich finde schwer, diesen radikalen Anspruch zu verstehen, wenn man die Bibel nicht kennt bzw. nur ihre liberal- weichgekochte Kirchensicht gehört kennt. Andererseits ist das auch eine Chance für uns Christen, wieder Profil zu bekommen in einer irgendwie religiös- christlichen Gesellschaft. Dumm nur, wenn Dinge den Anschein der Manipulation haben. Mal sehn, was da noch kommt.
Ein Problem wird das ganze,
Ein Problem wird das ganze, wenn Beiträge zu "Propaganda" werden und eine klare Beeinflussung der Öffentlichkeit durch stumpfsinnige Stammtischargumente und Schwarz-Weiß-Malerei erkennbar ist.
Noch schwieriger wird es, wenn man selbst Jugendliche aus der Gruppe in besagter "Organisation" hat und somit die Berichterstattung auch auf die eigene Jugendgruppe und Gemeinde übertragen wird.
Insgesamt muss ich sagen, dass mich der aktuelle Trend der einseitigen Berichterstattung - die fast in "BILD"-Manier immer öfters über das Ziel hinausschießt - beunruhigt. Schade eigentlich; und das alles in einem Land wo doch sonst alles erlaubt/möglich ist...
Ich hab den Beitrag mit
Ich hab den Beitrag mit Sandra zusammen auch gesehen. Und danach mussten wir erst mal dikutieren und auswerten:
- Die Häufung einer Berichterstattung mit der Tendenz zur sachlichen Fehldarstellung und Verallgemeinerung fällt wirklich auf.
- Jemandem, der keinen Bezug zum Glauben hat und daher auch die Werte und Prinzipien, die wir mit einem "erfüllten Leben" verbinden, nicht teilt, kann ein missionarischer Ansatz natürlich schräg vorkommen, der sich für andere einsetzt und dabei die eigene Gesundheit sogar aufs Spiel setzt.
- Aber was ist der Unterschied zu positiven Berichten über Menschen, die das Gleiche nach Naturkatastrophen usw. machen? Wir liefern den (nicht different berichten wollenden) Berichterstattern selbst einen Teil ihrer "Munition", indem wir zB die gleichen Begriffe wie die anderen gebrauchen, die die Welt kaputt machen wollen: Kampf, Befreiung, Sieg, ein "ja" auf die Frage, ob man bereit ist, für Jesus zu sterben - wir füllen das inhaltlich anders aber das kann der normale Zuschauer natürlich nicht unterscheiden.
- Daher müssen wir überlegen, wie wir "klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben" in unserer Sprache sein können