Ich habe im Urlaub "Die jungen Wilden" gelesen. Berichte über neue Gemeinden und Arbeiten, die progressiv sind und Gemeinde ganz neu definieren. U.a. werden da die 24-7 Gebetsbewegung, Kubik in Karlsruhe, icf Zürich, de Jesus Freaks und Jugendgemeinden und -Kirchen im Rahmen der ev. Kirche vorgestellt. Sehr interessant und inspirierend. Alles Arbeiten, die ganz neu angefangen haben und sich daher nicht mit vielen Traditionen und bestehenden Vorstellungen arrangieren müssen. Im zweiten Teil des Buches ist dann eine Diskussion mit Gemeindvertretern und Vertretern von Jugendbewegungen, die innerhalb von Gemeinden begonnen haben. Die müssen sich schon viel mehr die Frage stellen, wie man die verschiedenen Generationen zusammenbringt und was denn nun eigentlich Gemeinde ist: Der Hauptgottesdienst mit allen am Sonntag morgen? Oder die einzelnen Arbeiten, die teilweise unabhängig voneinander laufen? Da prallen verschiedene Vorstellungen aufeinander, die teilweise gar nicht miteinander zu vereinen sind.
Was soll man machen - eine Gemeinde neu gründen oder eine bestehende verändern? Eine spannende Frage, die meine Gemeinde und meine Arbeit auch betrifft. Und je nachdem, wen man fragt und mit wem man redet, bekommt man die eine oder andere Antwort. Es gibt ja (bei mir, d.h. in meinem Denken) immer mehrere Ebenen. Von daher finde ich, ist diese Frage auch gar nicht mit einem "auf jeden Fall" oder "auf gar keinen Fall" zu beantworten. Viele Fragen kommen da im konkreten Fall zusammen. Wie in meiner Gemeinde. Sie ist das Ergebnis eines Prozesses, an dessen Anfang die Erkenntnis stand, dass zwar viele der Freunde der jetzigen Leiter am Glauben interessiert sind, aber in die bestehende Gemeinde nie und nimmer ihren Fuß setzen würden. Am Ende hat die Leitung dieser bestehenden Gemeinde so viel Größe bewiesen, dass sie einer Neugründung mit dem Ziel zugestimmt hat, diese Leute (und darüber hinaus andere) zu erreichen - auf eine komplett andere Art und Weise wie sie selbst Gemeinde leiten und verstehen. Man merkt, dass sich in Deutschland was tut. Neue Arten von Gemeinschaften und Verständnissen von Gemeinde entstehen. Gemeinde als Ort, wo man miteinander lebt. Gemeinde als "ein geistlicher Herzschlag". Ist es jetzt DIE Form? Bestimmt nicht, aber bestimmt eine sehr gute. "Es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas weiß, oder ob ich es liebe; ob ich es verstehe, oder ob ich nach ihm strebe." Francesco Petrarca (20.7.1304 - 18.7.1374)
Kommentare
Hi Dazi,
ich habe das Buch jetzt auch gelesen. Auf jeden Fall sehr anregend und echt empfehlenswert. Ein muss für Jugendreferenten und Referentinnen. Auf jeden Fall auch für den Unterricht empfehlenswert.